29 September 2006

Abendbeschäftigung

Bin gerade nach Hause gekommen und dachte ich schreibe noch was kurzes.
Hab den Abend in einer sehr netten WG verbracht, bei der jetzt schon die Gefahr besteht, dass ich mich da vielleicht ein wenig einnisten werde. Pizza für mich habe ich zumindest heute schon gemacht. Ausserdemk ist ein extrem cooler 24 Stunden Supermarkt mit extrem guten Kartoffelsalat in der Nähe (musste den schon am Dienstag kosten, als ich nach Fussball und zwei sehr netten Kneipen nach Hause gewankt bin).
Heute habe ich Ligretto gespielt, zu Acht. Schon komisch, weil ich dieses Spiel einfach echt hauptsächlich mit Christine, Klaas und Franka gespielt habe und mich das einfach immer extrem an weingeschwängerte Abende bei uns (man ist so schnell, dass man gar nichts mehr richtig sehen kann), bei Christine oder auch lautstarkes und ekstatisches Mitsingen von Damien Rice Liedern bei Franka verbinde. Macht aber auch so Spass, wenn auch natürlich nicht ganz so viel.
Meine Franzosen sind natürlich immer noch unterwegs. Frag mich echt wie die das machen. Aber das trifft hier irgendwie auf fast alle Franzosen zu. Vor 7 nach Hause zu gehen kommt denen scheinbar gar nicht in den Sinn. Aber die sind ja auch häufig jünger.

Heute habe ich meinen Test in meinem Polish Survival Course geschrieben und richtig schwer war das nicht. Aber ich hab das ja auch alles schon mal gelernt.

Morgen Mittag ziehe ich dann mal uml. Sophie, meine österreichische Mitbewohnerin kommt dann am Montag nach. Ist glaube ich schon toll sich dann endlich mal so richtig niederzulasse.

Also gut Nacht euch allen

28 September 2006

Verkehrschaos

Heute habe ich zum ersten Mal echtes polnisches Verkehrschaos erlebt. Lag sicherlich auch an dem Unfall, der sich miten auf einer Hauptverkehrsstrasse zwischen einem Auto und einer Tram ereignet hat. Das Dumme daran war, dass ich in meiner Tram genau die Schienen benutzen musste, die versperrt waren. Erstmal keine Ahnung und irgendwie ging gar nichts mehr. Eigentlich nicht so schlimm denkt sich Urs laufe ich einfach den Rest. MAch ich ja oft genug. Leider habe ich dabei nicht bedacht, dass heute der erste Tag war, an dem sich Krakau gedacht hat: "Ne Sonne hatten wir jetzt auch mal genug, es kann ja auch mal regnen. Und wenn schon dann richtig". Prompt hat es natürlich auch wieder richtig angefangen als ich auf dem Weg war.
Vielleicht sollte ich dazu anmerken, dass ich natürlich weder Schirm noch Jacke hatte und klugerweise hier auch insgesamt als einzige Jacke mein Cordsakko mithabe. Wenn das so weitergeht muss ich mir was überlegen.

25 September 2006

Essen

War bis jetzt jeden Tag essen. Ist auch kein Wunder bei den Preisen und vor allen der Küche in dem Wohnheim.
Polnisches Essen ist echt super. Vor allem wenn man in so genannte Milchbars geht und sich da für ganz wenig Geld echte polnische Hausmannskost gönnt. (ich schreibe irgendwie dauernd über niedrige Preise ?!) Da ist sehr häufig Kraut dabei, es ist eigentlich immer schwer und man schafft es fast nie die Teller leer zu essen. Dazu trinkt man dan Kompott. Konnte noch nicht herausfinden was das ist, scheint aber irgendwie ein Resultat des Auskochens von Früchten zu sein. Lukasz kann uns dazu sicher mehr verraten. Schmeckt aber ganz gut.

Suba gut...

Suba gut der Buchladen in dem ich heute meinen Nachmittag verbracht habe.
Musste ja aufgrund der Desinfektion (die nach Inormationen von Muzafer in Wohnheimen in der ganzen Welt einmal im Jahr üblich zu sein scheint) meinem Wohnheim den ganzen Tag fernbleiben. Eigentlich kein großer Verlust, wobei ich heute live herausgefunden habe, warum alle sagen, dass ich im besten Wohnheim von Krakau wohne.
Auch egal, war auf jeden Fall nach einem Nickerchen im Sonnenschein am Ufer der Wisla den ganzen Nahcmittag in einem dolle Buchladen. Unmengen englische Bücher (meistens second Hand) aus allen möglichen Gebieten (Romane, Gender studies, Psychologie, Geschichte, Religion......) in einem sehr gemütlichen Ambiente mit kleinen Räumen und Sofas und alte Sessel überall mit einem integrierten netten Cafe. Sehr nett.

24 September 2006

Desinfektion

So habs natürlich heute nicht mehr geschafft über das Nachtleben und das Essen zu schreiben, aber jetzt muss ich gleich mal schlafen.
Ein Tipp für jeden Erasmusstudenten: Kommt ja nicht auf die bescheuerte Idee Hausarbeiten, Gutachten oder was auch immer mit ins Ausland zu nehmen, um sie dann da noch fertig zu schreiben. Ganz scheisse ist das und macht auch gar keinen Spaß. Glücklicherweise geht es hier vielen so aber dolle ist das trotzdem nicht. Motivier dich mal, wenn du zwischen dem Brüten über nervigen Themen oder einem sonnigen Tag in Krakau wählen kannst. Na ja bin ja selber schuld.

Morgen wird das Wohnheim desinfiziert. Finde ich äußerst merkwürdig und ich darf das Wohnheim zwischen 8 Uhr morgens und abends nicht betreten. Lebensmüttel und Zahnbürsten müssen gut verpackt sein. Ganz komisch das alles, aber in Anbetracht der kleinen und größeren Tiere, die rund um unsere Dusche Leben finde ich das keine so schlechte Idee. Stelle mir das morgige Szenario ein wenig apokalyptisch vor:
Alle Bewohner rennen kurz vor Acht aus dem Gebäude. Bepackt mit dem nötigsten was man für 12 Stunden braucht. Dann stürmen hunderte von Männern mit Schutzkleidung herein, ziehen riesige Schläuche hinter sich her. Das Licht auf den Fluren flackert natürlich und der giftige Dampf hängt in Schwaden in der Luft.

Ich glaub ich muss wirklich schlafen und vorher noch mein Survival Kit für den Tag packen

Weiss auch nicht so genau

Komme gerade aus der Stadt wieder und dachte ich beglücke euch noch kurz mit einem kurzen Beitrag ohne Sinn und Verstand. Bin aber gar nicht betrunken, nur erschöpft.
Langsam habe ich keine Lust mehr mich auf meinen Füssen fortzubewegen. Bin auch selber schuld, weil ich nie nen Taxi nehme und auch nicht so klug bin wie die Franzosen und einfach so lange weg bin bis die ersten Trams wieder fahren aber na ja.
Bin die letzten Tage aber echt unglaublich viel gelaufen. In die Stadt und zurück, zu Jan und zurück, zum Zazeck und zurück und alles ganz ganz oft. Einmal in die Stadt laufen dauert dabei ungefähr 30 Minuten und die anderen Strecken sind auch nicht viel kürzer. Und da meine Schuhe natürlich wie immer in einer tollen Verfassung sind (geradezu großartig) macht das natürlich auch noch extra Spass.
Gehe jetzt mal schlafen und vielleicht komme ich ja morgen dazu euch etwas über Sprache, Essen und Nachtleben zu erzählen.
Also gute Nacht euch allen

P.S.: Kommentare find ich voll gut

23 September 2006

Erasmus Studenten

Erasmus Studenten sind schon ein komisches Völkchen. Teilweise ähneln sie ein wenig Heuschrecken, die sich wild über alles hermachen was sich ihnen in den Weg stellt.
Zwei Beispiele.
Wir waren die Woche über eigentlich immer zum Essen in einer kleinen polnischen Milchbar (suba gut). Da gehen auch die Polen hin. Wir (am ersten Tag 6 Personen) wurden von einer Krakauerfahrenen hingeführt. Alles war noch in Ordnung. Dann wurden wir immer mehr. Freitag waren wir ungefähr 25 Erasmus Studenten, die in das kleine Restaurant eingefallen sind. So richtig gesittet war das natürlich auch nicht und an die normal geltenden Regeln wurde sich auch nicht gehalten.
Gestern waren wir weg. Getroffen haben sich ungefähr 30 Erasmus Studenten am Markplatz und wir sind dann wie ein riesiger Zug durch die Stadt gelaufe. Eingefallen sind wir dann in einen Club, den wir dadurch fast zum Platzen gebracht hätten.

Mehr zur gestrigen Feier und zum Essen gibts später. Muss jetzt zu meinen französischen Nachbarn und Bier trinken.

Endlich entschieden

So nach einigen weiteren Zweifeln, die sich in regelmäßigen Abständen (ungefähr alle 2 Stunden eine neue Meinung) quasi zyklisch wiederholt haben bin ich dann endlich doch zu dem Entschluss gekommen diese Wohnung zu nehmen. Meine Mitbewohnerin wird eine Wienerin sein. Leider keine internationale super Erasmus WG, aber das habe ich alles irgendwie ein bischen verpasst. Aber ne gute Wohnung insgesamt. Eingezogen wird dann entweder Mittwoch oder Donnerstag.

20 September 2006

Wohnungssuche 2 (beziehungsweise Wohnungszweifel)

Da gehe ich doch ins Ausland, um eventuell mal nen bischen aktiver zu werden und das ganze ewige hin und her überlege, unentschieden sein und zweifeln abzulegen und was mach ich......ich zweifel.

Ich zweifel, ob die Wohnung nicht zu teuer ist, die Lage nicht doof ist, sie zu modern ist, .......
Aber so bin ich nun mal

Wohnungssuche

Ich habe eine Wohnung……

Ich muss zugeben sie ist nicht besonders billig, sie ist nicht besonders polnisch und ich habe noch keinen Mitbewohner. Aber ich habe eine Wohnung. Morgen kann ich rein und dann werde ich voraussichtlich auch mein Wohnheim verlassen. Denke ich mal, wobei ich zugeben muss, dass man sich auch an Doppelzimmer relativ schnell gewöhnen kann, wenn der Mitbewohner nett und unkompliziert ist.

Lage ist gut, leider auf der falschen Seite der Altstadt aber echt ganz gut. Alles drin und sogar noch nett eingerichtet. Aber eben teuer. Zwischendurch zweifel ich, weil ich denke, dass die Wohnung zu wenig Polnisch ist und ich voraussichtlich auch keinen besonders polnischen, sondern eher ziemlich deutschen Mitbewohner haben werde. Naja, aber ich habe auch keine Lust mein Zimmer zu teilen, keine vernünftige Heizung, beziehungsweise undichte Fenster zu haben und was einem noch so alles passieren kann.

Mehr dazu die nächsten Tage.

19 September 2006

Ankunft

So dann ich bin ich nun in Krakau………….

Sitze auf dem Bett in meinem Zweimannstudentenwohheimszimmer mit gefühlten 6m² und schreibe einen Blog vor, den ich hoffentlich die nächsten Tage auch mal ins Netz stellen kann. Nebenbei trinke ich noch dolles polnisches Dosenbier für ganz billig Geld.

Angekommen bin ich gestern Nacht nach einer gefühlten Odyssee, die eigentlich nur halb so wild war. Meinem Copilot in Hamburg war leider schlecht oder so ähnlich, so dass wir erst ne Stunde später starten konnten. Dann hat mich Krakau so empfangen wie es Großstädte ausserhalb ihrer tollen Innenstädte nun mal tun. Puffs, die die Ausfallstrasse zum Flughafen säumen, besoffene Fussballfans nach einem Spiel von einem der beiden Krakauer Vereine und ein überforderter Urs, weil die Bushaltestellen leider nicht angesagt werden. Danach noch ein kleiner Fussmarsch, weil ich meinen letzten Anschlussbus leider verpasst habe.

Das mein Wohnheim keine architektonische Meisterleistung ist, war mir ja schon klar, aber immerhin hat die Rezeption 24 Stunden am Tag offen. Hoch ins Zimmer, dass ich mir mit Jan einem zu dem Zeitpunkt nicht anwesendem sehr netten Belgier teile, die Franzosen kennengelernt mit denen wir uns das Badezimmer und den Flur teilen und nachdem die noch mal das Krakauer Nachtleben unsicher machen gegangen sind ins Bett gewankt.

Nachts habe ich dann meinen Zimmergenossen kennen gelernt und später dann auch noch mal die Franzosen gehört….kotzen. Aber das Bad war heute morgen sauber.

Heute morgen haben Jan und ich uns dann mal auf den Weg gemacht die Stadt zu erkunden, wobei ein Besuch bei Plus, dem Supermarkt unseres Vertrauens direkt neben dem Wohnheim erstmal als erstes auf der Tagesordnung stand. Komisch so deutsche Produkte mit merkwürdigen Sloty Preisen zu sehen.

Krakau ist einfach eine krasse Stadt. Anders kann man das gar nicht sagen. Unglaublich viel los (an einem ganz normalen Sonntag) und einfach ganz dolle. Macht auch gar keinen Sinn so groß zu beschreiben aber echt dolle. Marktplatz, die Tuchhallen, Wawel….. im ziemlich netten jüdischen Viertel Kazimierz haben wir uns dann mal nen Bierchen gegönnt (die Preise nenn ich hier erst gar nicht) dann noch mal durch die Stadt ….

Auf jeden Fall nen netter Tag und ne sehr nette Stadt, so auf den ersten Blick, mal schauen, wie es mit dem Leben so ist, ist ja meisten s noch ne andere Sache. Aber kann euch schon mal sagen, dass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.

Morgen geht es dann mal los mit dem Polish Survival Course. Mal schauen. Danach muss ich dann mal mit der Hardcore Wohnungssuche beginnen um ab dem 30. nicht auf der Strasse zu stehen, wenn mein ach so schöner Wohnheimsplatz flöten geht. Aber auch die WGs haben hier häufig Doppelzimmer und ist irgendwie alles anders mit der Wohnungssuche als bei uns.

Habe gerade insgesamt ein komisches Gefühl weil ich mich hier im Wohnheim gerade nicht so richtig niederlassen kann, weil es sowieso nur für 2 Wochen ist. Hoffentlich finde ich was nettes. Schwanke ja immer so nen bischen zwischen purem Optimismus („ich kann ja auch nen bischen mehr zahlen als die Polen“) und reinster Verzweiflung („AHHHHHH“). Na ja klärt sich dann ja hoffentlich innerhalb der nächsten zwei Wochen. Auch meine relativ diffuse Uni und Kursbelegungssituation sollte sich morgen eigentlich mal lösen.

Reicht jetzt auch mal, weil das sowieso nicht so lustig ist und mir gerade keien weiteren Informationen einfallen, aber werde sicher bald noch ein bischen was aus meinem Abenteuer im Osten berichten…..

P.S.: In Anlehnung an mein großes Blogvorbild beziehungsweise auch Anstifter Dirk schreibe ich auch mal welche Musik ich gerade höre:

Klez.e – Flimmern

Kaligma - Kaligma